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DUOTEQUE

Ein absolutes Highlight im Boxer-Katalog war ohne Zweifel Dusty Kid's 2009er Album „A Raver's Diary“, mit dem sich der Tausendsassa aus Sardinien als wahrer Meister der Dramaturgie zu erkennen gab. Fast hätte man darüber seine Vergangenheit als eine Hälfte von Duoteque vergessen können – mit gutem Grund: schließlich lag das Projekt, welches er zusammen mit Andrea Ferlin ins Leben gerufen hatte, trotz des großen Erfolges seit 2007 auf Eis. Auch Ferlin war in dieser Zeit nicht untätig, gründete zusammen mit Francesco Assenza das sinnig betitelte Label „Sleep is Commercial“, veröffentlichte eigene EPs, unter anderem auf „Contexterrior“ und war gern gesehener Gast-DJ in den Clubs dieser Welt.  Doch berufliche Beziehungen sind manchmal wie private, und was auseinander geht, findet unter Umständen auch wieder zusammen: Seit Sommer 2009 arbeiten Dusty Kid und Andrea Ferlin wieder gemeinsam an Tracks, und um diese Reunion gebührend zu feiern, präsentiert Boxer die große Duoteque-Werkschau auf zwei satt bepackten CDs. Neben einem Haufen Bonusmaterial mit exklusiven Remixen großer Duoteque-Tracks, u. a. von The Dolphins und Pig & Dan, darf vor allem Dusty Kid's Duoteque-Megamix als Herzstück dieses Releases gelten. Als fast schon ein Best-Of des Duoteque-Oeuvres versammelt dieser Mix die feinsten Resultate der gemeinsamen Arbeit und macht somit einige der großartigsten Boxer-Releases zum ersten Mal auch für Nicht-Vinyl-Käufer zugänglich.Neben allen drei Tracks der bis dato bestverkauftesten Boxer-12“ „You Know All About Drags EP“ packt Dusty Kid noch so manch anderes Kleinod in den Mix: von der Spooky-Word-Nummer „Lola“, über die Gipfelstürmertracks wie „Adyra“ oder „Bilk“, bis hin zum Basementfunk von „Amarcord“ ist hier die gesamte Spannbreite der Duoteque'schen Stoßrichtung abgebildet, eingebettet in einen virtuos geschichteten Flow, der einmal mehr Dusty Kid's narrative Stärken in den Fokus rückt. Flüster mir das Lied vom perfekten Mixtape! In stetem Wechsel werden die Räume auf- und zugemacht, die Temperatur steigt stetig, und auf treibende Perkussiv-Workouts folgen beseelte Space Opera-Melodien. Dabei sind Duoteque immer für einen dicken Bass zu haben, mal wuchtig filternd, mal locker flockend, der Bass entpuppt sich als der gar nicht so geheime Star. Ist der Funke einmal übergesprungen, bleibt die Party am Brennen, nimmt den Hörer in die Soundzange, lässt nicht mehr locker. Fordernde Kicks liefern überzeugende Argumente, hypnotische Flächen umgarnen weise, die Breaks explodieren ‚in your face‘. Die einzelnen Tracks haben schon so manchen Floor in Schutt und Asche gelegt, da kann man sich jetzt auch ausmalen, was sie als Clique so ausrichten können. Ein Donnerwetter von einem Release, und ein Meilenstein für das Wohnzimmer. Jetzt dürfen auch die Couch Potatoes und Autoradiofummler dieser Welt erfahren, woher Duoteque ihren guten Ruf haben: vom Schweiß, der von der Decke tropft.